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50 Euro für Studenten: Landauer FWG-Fraktion kritisiert Begrüßungsgeld

Die FWG-Fraktion in Landau kritisiert das neue Begrüßungsgeld von 50 Euro für Studenten. Wir erklären, warum die Fraktion die Prioritäten falsch gesetzt sieht.

Redaktion
·
29. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 16 Stunden

Willkommen zuhause – aber mit Geld locken?

In Landau sorgt ein Beschluss des Stadtrats für Diskussionsstoff. Wer als Student seinen Erstwohnsitz nach Landau verlegt, soll künftig 50 Euro Begrüßungsgeld kassieren. Klingt nett – doch die FWG-Stadtratsfraktion sieht das ganz und gar nicht so und hat die Regelung scharf kritisiert.1

In der Stadtratssitzung vom 25. August wurde die Vorlage von Bürgermeister Hartmann mehrheitlich beschlossen. Das Paket sieht neben dem Begrüßungsgeld auch eine Saisonkarte für das Landauer Freibad vor, sodass sich der geldwerte Vorteil pro Person auf insgesamt 89 Euro summiert. Zielgruppe sind auswärtige Studenten und Auszubildende, die ihren Erstwohnsitz in die Stadt verlegen.1

FWG: Geld fließt in die falsche Richtung

Fraktionsvorsitzende Gisela Kalvoda brachte die Position ihrer Fraktion klar auf den Punkt: „Ein monetäres Begrüßungsgeld lehnen wir ab, sind aber nicht grundsätzlich gegen ein Begrüßungspaket für Studenten.“1 Die FWG hätte stattdessen lieber Gutscheine für lokale Gastronomie und den Einzelhandel gesehen – ein Ansatz, der die Mittel in der Stadt gehalten und gleichzeitig die lokale Wirtschaft gestärkt hätte.

Das Kernproblem aus Sicht der Fraktion: Das Begrüßungsgeld kommt auch all jenen zugute, die sich ohnehin mit Erstwohnsitz in Landau angemeldet hätten. Im vergangenen Jahr waren das rund 100 Studenten. Diese Gruppe erhält nun einen finanziellen Bonus – ganz unabhängig davon, ob das Geld sie überhaupt erst nach Landau gelockt hat.1

Die Rechnung der FWG: Lohnt sich das für die Stadt?

Die Fraktion hat die Zahlen genau unter die Lupe genommen – und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis. Bisher gab die Stadt jährlich rund 5.360 Euro für ein Gutscheinheft und Entschädigungen an städtische Betriebe aus. Künftig sind 89 Euro pro Person vorgesehen. Bei den rund 100 ohnehin anmeldewilligen Studenten ergibt das bereits Kosten von 8.900 Euro.1

Um diesen Differenzbetrag von etwa 3.500 Euro wieder hereinzuholen, bräuchte es mindestens neun zusätzliche Studenten, die der Stadt – abzüglich aller Ausgaben – jeweils maximal 500 Euro an Schlüsselzuweisungen einbringen würden. Der Verwaltungsaufwand ist dabei noch gar nicht eingerechnet.1

Außerdem kritisiert die FWG, dass die Gruppe der Berechtigten willkürlich festgelegt wurde: Junge Menschen in Freiwilligendiensten bleiben zum Beispiel außen vor. Und Erfahrungen aus anderen Städten hätten gezeigt, dass selbst höhere Geldbeträge keine nennenswerte Steigerung der Anmeldezahlen bewirkt hätten. Eine echte Identifikation mit dem Universitätsstandort hänge eben nicht vom Erstwohnsitz ab.1

Eine Frage der Prioritäten

Besonders scharf fällt die Kritik der FWG aus, wenn man sie im Kontext anderer sozialpolitischer Entscheidungen betrachtet. Die Fraktion hatte bereits im Frühjahr 2026 einen Antrag zur Unterstützung von Familien und Pflegebedürftigen mit zusätzlichen Windelsäcken eingebracht – dieser war im Stadtrat positiv abgestimmt worden, seine Umsetzung wurde jedoch mehrfach verschoben.1

„Während ein geldwerter Vorteil von 89 Euro an neu zuziehende Studenten verteilt wird, findet diese wichtige Entlastung im Alltag keine Umsetzung“, so Kalvoda. „Das ist eine Frage der Prioritäten – und diese Prioritäten sind aus unserer Sicht in Landau falsch gesetzt.“1

Was fordert die FWG?

Die Fraktion macht deutlich, was sie sich stattdessen wünscht. Ihre Forderungen im Überblick:1

  • Überdenken des beschlossenen Begrüßungsgelds
  • Bevorzugung von Sachleistungen wie Gutscheinen für lokale Betriebe statt Barauszahlungen
  • Berücksichtigung aller Bevölkerungsgruppen in der Sozialpolitik – nicht nur Studenten und Azubis
  • Verantwortungsvoller Umgang mit kommunalen Mitteln
  • Schnelle Umsetzung bereits beschlossener Maßnahmen wie der Unterstützung für Familien und Pflegebedürftige

Wie geht es weiter?

Der Beschluss ist gefasst – doch die FWG gibt nicht auf. Die Fraktion fordert, die Entscheidung zu überdenken und künftig stärker auf gerechte, nachhaltige und lokal wirksame Maßnahmen zu setzen. Landau brauche, so Kalvoda, eine Sozialpolitik, die alle Bevölkerungsgruppen im Blick habe.1

Wir von Antenne Landau bleiben am Thema dran und halten dich auf dem Laufenden – denn solche Diskussionen betreffen uns alle hier in der Region. Das ist für uns der Draht zu euch!

Quellen

  1. Landauer FWG-Fraktion kritisiert monetäres Begrüßungsgeld für Studenten – Pfalz-Express


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