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Kein Handy – zwei Jahre lang: Experiment an Neustadter Schule startet

Am Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium in Neustadt starten zwei Klassen ein Experiment: zwei Jahre ohne Handy – auch zuhause.

Redaktion
·
28. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 15 Stunden

Willkommen zuhause! Ein Schulexperiment, das aufhorchen lässt

Stell dir vor, du gibst dein Smartphone für zwei volle Jahre ab – nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause. Klingt nach einer echten Herausforderung, oder? Genau das steht einigen Schülerinnen und Schülern in Neustadt bevor. Denn am Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium soll ein wissenschaftlich begleitetes Experiment starten, das die Frage beantworten soll: Was macht ein Leben ohne Handy mit Kindern – und macht es sie am Ende vielleicht sogar glücklicher?1

Der Plan: Fünf Klassen, zwei davon ganz ohne Smartphone

Das Konzept ist klar strukturiert: Fünf Klassen der Schule werden über einen Zeitraum von zwei Jahren begleitet. Zwei dieser fünf Klassen nehmen dabei an dem besonderen Teil des Experiments teil – sie dürfen in dieser Zeit kein Handy besitzen, weder auf dem Schulgelände noch in ihrer Freizeit zu Hause.1

Die Idee dazu kam aus der Schule selbst. Man wollte handyfreie Klassen einrichten und diesen Schritt wissenschaftlich begleiten lassen. „Einer der Ausgangspunkte war, dass die Lehrer sich mehr aufs Unterrichten konzentrieren können als ständig im Kontrollmodus zu sein – wegen der Smartphones im Klassenzimmer“, erklärt Studienleiter Dr. Roland Gimmler von der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität (RPTU) in Landau.1

Nicht alle starten unter denselben Voraussetzungen

Gimmler weist darauf hin, dass die Ausgangslage für die Kinder ganz unterschiedlich sein wird: „Einige werden in dem Alter noch gar kein Handy haben. Für andere könnte der Verzicht schwieriger werden.“1 Das macht das Experiment menschlich und vielschichtig – denn hier geht es nicht um eine abstrakte Studie, sondern um echte Kinder und ihre Alltagswelt.

Konzentrierter ohne Handy? Gimmler bleibt skeptisch

Man könnte meinen, dass Schülerinnen und Schüler ohne Smartphone automatisch aufmerksamer und konzentrierter im Unterricht sind. Doch Studienleiter Gimmler sieht das differenzierter. „Wenn das am Ende rauskäme, würde es mich überraschen“, sagt er offen.1

Denn ein Handy ist eben nicht nur Ablenkung. Es kann im Unterrichtsalltag auch eine sinnvolle Ergänzung sein. Gimmler nennt als Beispiel Schülerinnen und Schüler, die sich gezielt aufs Abitur vorbereiten, indem sie künstliche Intelligenz als eine Art Lernpartner nutzen – ein System, das sie nach dem Zufallsprinzip mit Fragen bombardiert. „Am Ende hänge es davon ab, was man mit dem Handy macht“, so der Wissenschaftler.1

Die großen Fragen der Studie

Die Forschenden der RPTU wollen über den gesamten Zeitraum regelmäßig und anonymisiert Daten erheben. Dabei stehen verschiedene Aspekte im Fokus:

  • Wie entwickelt sich die Konzentrationsfähigkeit in den Klassen?
  • Gibt es Fälle von Cybermobbing – und verändert sich das durch den Handyverzicht?
  • Wie wirkt sich der Klassenraum als handyfreie Zone auf die Gemeinschaft aus?

All diese Fragen sollen systematisch untersucht werden.1 Doch das persönlichste Ziel nennt Gimmler selbst: „Ich würde mir wünschen, wenn ich am Ende einen Eindruck habe, was das mit der Lebenszufriedenheit der Kinder macht: Sind die einen zufriedener als die anderen nach den zwei Jahren?“1

Im September geht es los – mit Befragungen von Kindern und Eltern

Die ersten Befragungen von Kindern und Eltern sollen im September beginnen.1 Damit nimmt das Experiment ganz konkrete Formen an. Zwei Jahre lang werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der RPTU Landau den Schulalltag und das Leben der beteiligten Klassen beobachten – und am Ende hoffentlich Antworten liefern, die weit über Neustadt hinaus relevant sind.

Übrigens: Gimmler schätzt seine eigene Smartphone-Nutzung als unbedenklich ein – aber auch er betont: „Wichtig ist, dass man auch mal Pausen macht.“1 Eine Aussage, die vielleicht nicht nur für Kinder gilt.

Was bedeutet das für unsere Region?

Durch den Tag! – und das am besten informiert. Für uns bei Antenne Landau ist dieses Experiment besonders spannend, weil die RPTU in Landau direkt daran beteiligt ist. Die Frage, wie Smartphones das Aufwachsen junger Menschen beeinflussen, beschäftigt Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, und die gesamte Gesellschaft. Dieses Projekt könnte wichtige Erkenntnisse liefern – nicht nur für Schulen in Rheinland-Pfalz, sondern deutschlandweit.

Wir bleiben für euch dran und berichten weiter, wie sich das Experiment entwickelt. Der Draht zu uns ist immer offen – besucht uns auf antenne-landau.de und bleibt mit uns verbunden!

Quellen

  1. Schüler in Neustadt sollen zwei Jahre aufs Handy verzichten – SWR Aktuell


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