
Radfahren in der Pfalz: Was läuft gut, wo hakt es noch? Wir zeigen die wichtigsten Fortschritte und Problemstellen rund um Landau und die Region.
Ob zur Arbeit, zum Einkaufen oder einfach durch den schönen Pfälzer Alltag: Immer mehr Menschen schwingen sich aufs Fahrrad. Aber wie gut klappt das eigentlich wirklich in unserer Region? Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) hat genau hingeschaut – und das Bild ist gemischt. Es gibt echte Fortschritte, aber auch Stellen, die noch ordentlich Luft nach oben haben. Wir haben die wichtigsten Punkte für dich zusammengefasst.1
Fangen wir mit den guten Nachrichten an – und davon gibt es einige! Der ADFC lobt ausdrücklich die neuen Fahrradspuren auf dem frisch sanierten Radweg in der Südpfalz zwischen Kuhardt und Leimersheim. Das ist ein echter Schritt in die richtige Richtung für alle, die täglich auf dem Rad durch den Tag kommen wollen.1
Auch rund um Landau tut sich einiges: Mehrere Wirtschaftswege wurden als Fahrradstraßen ausgebaut. Konkret profitieren Radfahrende zum Beispiel auf der Strecke zwischen der Landauer City und dem Ortsteil Mörlheim sowie auf dem Weg von Landau in Richtung Herxheim. Das sind genau die Verbindungen, die im Alltag wichtig sind – kurze Wege, die man eben schnell mit dem Rad erledigt.1
Auch im Kreis Germersheim wird kräftig investiert. Ab Ende September soll eine Forststraße von Scheibenhardt durch den Bienwald in Richtung Schaidt erneuert werden – der jahrzehntealte, rumpelige Asphalt wird endlich auf Vordermann gebracht. Wer diese Strecke kennt, weiß, wie überfällig das ist!1
Zusätzlich sollen laut Kreisverwaltung Germersheim die Radwege entlang zweier Kreisstraßen grundlegend erneuert werden: einmal zwischen Germersheim und dem Gewerbegebiet „Insel Grün“ sowie ein Teilstück entlang der Kreisstraße zwischen Hatzenbühl und Jockgrim. Das sind wichtige Alltagsrouten für viele Pendlerinnen und Pendler in der Region.1
So schön die Fortschritte sind – es gibt auch Stellen, die dem ADFC und vielen Radfahrenden echten Frust bereiten. Ein besonders krasses Beispiel ist die Theodor-Heuss-Brücke zwischen Frankenthal und Mannheim entlang der A6. Dort müssen Radfahrende ihre Räder ganze vier Stockwerke über eine winzige, steile Schiene und zahlreiche Treppen hochschieben – oder besser gesagt: hochtragen. Mit einem E-Bike ist das laut ADFC quasi unmöglich. Der ADFC fordert hier dringend Fahrrad-Rampen.1
Auch die Streckenführung selbst sorgt für Stirnrunzeln: Der Rad- und Fußweg verläuft auf dieser Brücke über den Mittelstreifen – also mitten zwischen den beiden Fahrtrichtungen der Autobahn. Radreisende auf der Online-Plattform Komoot beschreiben ihre Erfahrungen ganz treffend: „Das Rad über die Treppen zu bringen ist eine Herausforderung“ und „Die Führung des Radwegs zwischen den Autobahnspuren war bei der Rheinquerung mit dem Rad schon etwas abenteuerlich.“1
Wer abseits der großen Straßen auf den Wirtschaftswegen durch die Pfalz radelt, kennt vielleicht dieses mulmige Gefühl: Ungesicherte Schläuche und Rohre für die Feldbewässerung liegen quer über den Weg. Laut ADFC ist das in der ländlichen Pfalz ein echtes Problem – und ein gefährliches dazu. Auch wenn manche dieser Hindernisse gut sichtbar sind, können sie besonders bei höherem Tempo oder in der Dämmerung schnell zur Gefahr werden.1
Einen besonders heißen Diskussionspunkt gibt es rund um den geplanten Radweg entlang der Landstraße 545 zwischen Scheibenhardt und der Bienwaldmühle. Das Projekt ist seit Jahren umstritten – und das aus gutem Grund: Für den neuen Radweg muss eine zehn Meter tiefe Schneise in den Wald geschlagen und eine ganze Reihe von Bäumen gefällt werden. Dazu kommen hohe Kosten.1
Der ADFC hätte hier eine deutlich einfachere und günstigere Lösung bevorzugt: eine Geschwindigkeitsbegrenzung und ein Überholverbot auf der nur vier Meter breiten Landstraße, ergänzt durch regelmäßige Ausweichbuchten. Sogar eine Einbahnstraßenregelung wäre für den ADFC denkbar gewesen. Doch das Planfeststellungsverfahren ist inzwischen abgeschlossen – der aufwendige Weg wird gebaut.1
Und jetzt kommst du ins Spiel! Denn der ADFC will wissen, wie fahrradfreundlich dein Ort wirklich ist – aus der Perspektive derer, die täglich auf dem Sattel sitzen. Beim ADFC-Fahrradklima-Test können alle, die im Alltag regelmäßig mit dem Rad unterwegs sind, noch bis Ende November ihre Einschätzung abgeben.1
Die Ergebnisse sind wertvolle Hinweise für Verkehrsplaner und politische Verantwortliche: Sie zeigen, wo der Radverkehr bereits gut funktioniert – und wo noch nachgebessert werden muss. Also: Schnapp dir dein Rad, fahr durch den Tag und sag dem ADFC, was du erlebst!1
Die Pfalz ist auf einem guten Weg, wenn es ums Radfahren im Alltag geht. Neue Fahrradstraßen rund um Landau, sanierte Wege im Kreis Germersheim und ausgebaute Verbindungen in der Südpfalz zeigen: Es tut sich was! Gleichzeitig gibt es aber auch noch echte Knackpunkte – von der Treppenschlacht auf der Theodor-Heuss-Brücke bis zu gefährlichen Schläuchen auf Feldwegen. Wir bei Antenne Landau sind gespannt, wie sich unsere Region weiterentwickelt – und freuen uns, wenn du uns erzählst, wie du täglich mit dem Rad durch Landau und Umgebung kommst. Der Draht zu uns ist immer offen!






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