
Gottesanbeterin in der Wohnung entdeckt? Kein Grund zur Panik! Wir erklären, was das Tier ausmacht und wie du es sicher und tierfreundlich wieder aussetzt.
Du sitzt entspannt auf dem Sofa, schaust an die Wand – und da hängt es: ein riesiges, grünes Insekt, das dich mit großen Augen anstarrt. Keine Panik! Was da an deiner weißen Tapete klebt, ist höchstwahrscheinlich eine Gottesanbeterin. Und die ist weit weniger gefährlich, als sie auf den ersten Blick wirkt. Wir von Antenne Landau erklären dir, was hinter diesem faszinierenden Tier steckt – und was du am besten tust, wenn du plötzlich ihr neues Zuhause bist.
Die Gottesanbeterin ist in der Region keine Seltenheit mehr – ganz im Gegenteil. Der NABU in Landau verzeichnet in diesem Jahr einen regelrechten Boom: Während es im vergangenen Jahr noch 49 Meldungen in Rheinland-Pfalz gab, sind es in diesem Jahr bereits 688 gesichtete Tiere – und das bislang.1 Ein enormer Anstieg, der aber laut Cornelia Rühe von der Landauer Regionalstelle des Naturschutzbundes nicht überrascht: Gottesanbeterinnen lieben die Wärme, und im Zuge des Klimawandels breiten sie sich in Deutschland immer weiter aus.1
Besonders im August fällt das Tier auf – und das hat einen guten Grund: „Die Gottesanbeterinnen fallen jetzt im August vor allem auf, weil sie gerade auf Partnersuche sind und die Weibchen auch schon eine ordentliche Größe haben“, erklärt Cornelia Rühe.1 Das Weibchen kann bis zu acht Zentimeter groß werden, das Männchen bleibt etwas kleiner.
Die Gottesanbeterin gehört zur Gruppe der Fangschrecken. Ihren Namen hat sie von ihrer charakteristischen Körperhaltung: Die Beine sind oft angewinkelt – so, als würde sie beten.1 Berühmt und berüchtigt ist sie aber vor allem wegen ihres Paarungsverhaltens. Nach der Paarung kann es nämlich durchaus vorkommen, dass das Weibchen das Männchen verspeist – sexueller Kannibalismus nennt sich das Phänomen.1 Abseits dieser dramatischen Hochzeitsnacht stehen vor allem kleinere Insekten auf ihrem Speiseplan.
Trotz ihrer Größe ist die Gottesanbeterin gar nicht so leicht zu entdecken. „Sie sind sehr gut getarnt. Sie bewegen sich sehr langsam und haben ein großes Spektrum an Grün- und Brauntönen“, sagt Cornelia Rühe.1 In der freien Natur verschmilzt das Tier also nahezu unsichtbar mit seiner Umgebung. An einer weißen Tapete in der Wohnung hat sie dann allerdings etwas schlechtere Tarnung – und genau deshalb entdeckst du sie dort so leicht.
Also: Durch den Tag! – auch wenn dich der unerwartete Besuch kurz aufschreckt. Hier ist, was du laut Expertin Cornelia Rühe tun solltest:1
Klingt machbar, oder? Du musst also weder schreien noch das Fenster zuwerfen. Die Gottesanbeterin ist ein tolles Wildtier, das einfach nur einen kleinen Umweg durch deine vier Wände genommen hat.
Wenn du eine Gottesanbeterin entdeckt hast – ob in der Wohnung oder draußen in der Natur – freut sich der Naturschutzbund über deine Meldung. Am besten mit Foto! Der NABU versucht seit Jahren über ein Meldesystem zu dokumentieren, wie sich die Gottesanbeterin in Rheinland-Pfalz ausbreitet.1 Deine Beobachtung kann also echten wissenschaftlichen Wert haben. Melden kannst du deine Sichtung ganz einfach unter nabu-naturgucker.de.1
Die Gottesanbeterin ist ein beeindruckendes Tier – das gilt gerade auch in unserer Region rund um Landau. Statt dich zu fürchten, darf du dich freuen: Du bist Teil einer wachsenden Gemeinschaft von Menschen in der Pfalz, die das faszinierende Insekt zu Gesicht bekommen. Und mit den Tipps von Cornelia Rühe vom NABU Landau weißt du jetzt genau, wie du den Besuch richtig meisterst – entspannt, tierfreundlich und mit einem guten Gefühl danach.1 Willkommen zuhause – für Mensch und Gottesanbeterin!






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