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Schubert, Beethoven & Dvořák unter freiem Himmel: Fermate Klassik begeistert in Birkweiler

Fermate Klassik begeisterte beim Open-Air-Konzert in Birkweiler mit Schubert, Beethoven und Dvořák. Alle Infos zum ausverkauften Festival-Abend gibt es hier.

Redaktion
·
16. August 2026
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Zuletzt aktualisiert: vor 2 Stunden

Willkommen zuhause – Fermate Klassik kehrt nach Birkweiler zurück

Stell dir vor: Ein laues Abend-Lüftchen, der Duft der Pfalz in der Luft und dazu Kammermusik auf höchstem Niveau – unter freiem Himmel. Genau das hat das Fermate-Festival beim dritten Akt seines Festival-Reigens einmal mehr möglich gemacht. Im Ortsmittelpunkt Birkweiler, wo vor acht Jahren alles seinen Anfang nahm, strömten Musikbegeisterte zusammen – und die Kasse meldete erneut: ausverkauft. Ein Abend, der durch den Tag hallt und noch lange nachklingt!1

#SchubertsWasserlieder – Ein Abend voller Programm-Perlen

Das Motto des Abends wurde durch Schuberts Vertonung des Gedichts „Auf dem Wasser zu singen“ von Friedrich Leopold zu Stolberg-Stolberg vorgegeben. Es folgten weitere Highlights aus dem reichen Lied-Schaffen des Wiener Meisters: „Die Forelle“, „Der Fischer“ und die wunderbare Ballade „Auf dem Strom“. Bei Letzterer gesellte sich Konstantin Timokhine mit seinem Naturhorn zu den Ausführenden, Ilse Berner (Sopran) und Christoph Berner am Flügel.1

Timokhines Naturhorn entfaltete eine klangliche Noblesse voller Nuancierungen, die sich zwischen Samt, Seide und schillerndem Brokat bewegten – ein echter Hochgenuss für alle Anwesenden. Dazu trat Ilse Berner mit einer beeindruckenden Bühnenpräsenz, lupenreiner Deklamation und entwaffnend direkter Diktion. Christoph Berner am Flügel erwies sich als vollendeter Sparringspartner – präzise, einfühlsam und tiefenpsychologisch feinfühlig.1

#Beethoven – Vom frechen Kuss bis zur wilden Sonate

Auch Ludwig van Beethoven, den Schubert zu Lebzeiten heiß verehrte, stand an diesem Abend im Mittelpunkt. Mit „Der Kuss“ op. 128 präsentierte Ilse Berner eine für Beethoven ungewöhnlich heitere und freche Liedkomposition – elegant, witzig und mit raumgreifendem Sopran über die Rampe geschickt.1

Beethovens zweisätzige Cello-Sonate op. 102/1 brachte dann Florian Berner aufs Podium. Der renommierte Wiener Cellist gestaltete das zwischen sanfter Melancholie und wildem Aufbegehren changierende Werk mit zupackendem Elan – kraftvoll, ungestüm und temporeich, dabei stets kultiviert und auf klangliches Ebenmaß bedacht. Am Flügel hielt Christoph Berner – diesmal im Dialog mit seinem Bruder – enthusiastisch Disput. Das Ergebnis: schlichtes Ensemblespiel auf absolutem Höchstniveau, verbindlich, sehnsüchtig, zuweilen trotzig. Einfach perfekt.1

#Akkordeon trifft Beethoven – Eine sinnliche Hommage

Für eine besondere Überraschung sorgte der serbische Künstler Miloš Todorovski mit seiner „Milonga para Ludwig“ aus dem Jahr 2020. Diese dem Tango verwandte Komposition für Akkordeon ist eine herrliche, sinnliche Hommage an Beethoven – und wer genau hinhörte, entdeckte darin eines der markantesten Beethoven-Motive, das einem schalkhaft entgegenzwinkerte. Wieder einmal bewies Christoph Berner, der die Werkfolgen des Abends humorvoll und eloquent moderierte, pianistische Brillanz.1

#Dvořák – Heimweh, böhmische Polka und die Neue Welt

Nach der Pause folgte zum krönenden Abschluss ein Werk aus der oberen Etage der Streicher-Ikonen: das Streichquintett Es-Dur von Antonín Dvořák. Entstanden 1893 während Dvořáks von Heimweh geprägtem Aufenthalt in der böhmischen Enklave Spillville in Iowa, USA, besticht das Werk durch seinen überbordenden melodischen Reichtum, seine tänzerische Vitalität und seinen rundum mitreißenden Gestus.1

Das fabelhaft feinabgestimmte Ensemble mit Anna Morgoulets (Violine 1), Régis Bringolf (Violine 2), Mila Krasnyuk (Viola 1), Su Bin Lee (Viola 2) und Florian Berner (Violoncello) tauchte das Publikum tief in den diversen Kosmos à la Dvořák ein. Zwischen böhmischer Polka und indianischem Impuls, altem Europa und Neuer Welt zelebrierte das Ensemble lustvoll, temporeich und in perfekter klanglicher Balance. Das Ergebnis: Ensemblekunst vom Feinsten, zu Recht mit frenetischem Beifall bedankt.1

Ein Abend, der verbindet – Der ANTENNE Supermix für die Seele

Solche Konzertabende sind es, die eine Region zusammenwachsen lassen. Wenn klassische Musik, herzliche Gemeinschaft und das Flair eines Open-Air-Festivals sich vereinen, entsteht etwas, das über die bloße Unterhaltung hinausgeht. Der Ortsmittelpunkt Birkweiler hat an diesem Abend gezeigt, was echte Kulturverbundenheit bedeutet – ein Zuhause für Musik und Menschen gleichermaßen. Wir von Antenne Landau freuen uns immer, wenn solche Veranstaltungen in unserer Region stattfinden und das kulturelle Leben vor Ort bereichern. Auf viele weitere solcher unvergesslicher Abende – Willkommen zuhause!1

Quellen

  1. Rheinpfalz: Fermate – Schuberts Wasser-Lieder unter freiem Himmel


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