
Ein Unwetter traf Winzer in der Region Südliche Weinstraße schwer. Jetzt gibt es höhere Zuschüsse für Ernteversicherungen – Anträge bis 30. September stellen!
„Der Wind kam von Frankreich her. Alles wurde weiß vom Hagel.“ So beschreibt Winzer Stefan Fischer aus Schweighofen den Abend des 16. Juli, an dem ein schweres Unwetter über den Viehstrich – also die Ortsgemeinden am nördlichen Rand des Bienwaldes – hinwegfegte und in wenigen Minuten eine Spur der Verwüstung hinterließ.1 Für viele Betriebe in unserer Region sind die Folgen bis heute spürbar. Wenn du also beim nächsten Einkauf zum regionalen Wein greifst, tust du damit gerade jetzt besonders viel Gutes.
Kaputte Rollläden, verbeulte Autos, umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer – das war das Bild, das sich im und rund ums Weingut der Familie Fischer in Schweighofen zeigte, nachdem Sturm und Hagel durchgezogen waren. Manche Schäden, wie durch Hagel abgeschlagene Lasuren an Türen, wurden sogar erst in den darauffolgenden Tagen sichtbar.1
Der größte Schaden aber entstand in den Weinbergen: Umgefallene Rebzeilen, zerrissene Drähte, zerdrückte Eisenpfähle – und Rebstöcke, die teils vollständig entlaubt wurden. Der Großteil der kostbaren Beeren war zerstört. Besonders schmerzhaft für die Familie: Alle Sauvignon-Anlagen des Weinguts – ausgerechnet eine der wenigen Sorten, die der aktuellen Absatzkrise auf dem Weinmarkt trotzen – hat es ausnahmslos erwischt.1
„Wir haben keinen Weinberg, der nichts hat. Etwa 60 Prozent unserer Flächen werden dieses Jahr wohl gar keinen Ertrag bringen“, berichtet Birgit Fischer.1 Neues Grün ist zwar bereits nachgewachsen, neue Trauben aber wachsen frühestens im nächsten Jahr – und an stark beschädigten Anlagen möglicherweise auch 2027 noch in reduzierter Anzahl.
Knapp vier Wochen nach dem Unwetter, angesichts der bevorstehenden Weinlese, besuchte Landrat Dietmar Seefeldt gemeinsam mit Karl-Friedrich Junker, SÜW-Kreisvorsitzender des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, das Familienbetrieb von Birgit und Stefan Fischer in Schweighofen.1
„Vieles wirkt in der Unwetterregion inzwischen schon wieder aufgeräumt. Dafür danke ich allen, die mit großem Einsatz geholfen und angepackt haben“, betonte Landrat Seefeldt. Gleichzeitig machte er deutlich: „Doch die Folgen des Unwetters wirken weiter nach – besonders für unsere landwirtschaftlichen Betriebe, zum Beispiel im Bereich Mais- oder Zuckerrüben sowie im Obst- oder Weinbau.“1 Sein Appell an uns alle: Beim nächsten Einkauf bewusst zu Produkten aus der Region greifen.
Auch Karl-Friedrich Junker ordnete die Lage ein: „Wir sind als Bauern und Winzer von der Natur abhängig, das hat sich bei diesem Unwetter extrem gezeigt.“ Er wies zudem darauf hin, dass die Erwerbssituation für landwirtschaftliche Betriebe ohnehin angespannt ist – die Preise für Mais, Weizen, Zuckerrüben und Wein sind niedrig, Rücklagen in vielen Betrieben aufgebraucht. „Sonderereignisse wie solch ein Unwetter wirken sich dadurch umso gravierender aus.“1
Weinbau-Betriebe haben die Möglichkeit, sich mit einer sogenannten Mehrgefahrenversicherung (MGV) gegen solche Schäden abzusichern – und dafür gibt es sogar öffentliche Fördermittel. Ausgerechnet dieses Jahr hatten die Fischers jedoch auf eine solche Versicherung verzichtet. Stefan Fischer berichtet von schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit: fehlende Auszahlungen nach einem Schaden, und ein Rauswurf aus der Versicherung, nachdem er mehrfach hintereinander Hagelschaden anmelden musste.1
„Bei den aktuellen Fasswein-Preisen sparen die Weinbau-Betriebe eben überall“, ordnet die Familie ihre Entscheidung ein. Im Juni hatten Birgit und Stefan Fischer noch darüber gesprochen, die gekündigte Versicherung wieder abzuschließen. Dann kam das Unwetter. Fürs nächste Jahr werden sie sich wieder versichern.1
Hier kommt eine wichtige Info für alle Winzerinnen und Winzer in unserer Region – und die ist zeitkritisch! 2026 kannst du von höheren Zuschüssen für deine Ernteversicherung profitieren:1
Die Antragsunterlagen – also Antragsformular, Förderrichtlinie und Ausfüllhinweise – stehen auf der Förderseite des Ministeriums für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten zum Download bereit.1 Die ausgefüllten Unterlagen müssen spätestens bis zum 30. September bei der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße eingereicht werden. Die Auszahlung der Förderung erfolgt dann im Frühjahr 2027, auf Grundlage der endgültigen Daten der Weinbaukartei 2026.1
Ein Blick nach vorne: Die aktuelle EU-Förderperiode läuft Ende 2027 aus. Wie die Förderung von Ernteversicherungen danach aussieht, ist derzeit noch offen – die Verhandlungen über die künftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union sind noch nicht abgeschlossen. Das Weinbauministerium empfiehlt deshalb, diese Unsicherheit beim betrieblichen Risikomanagement zu berücksichtigen.1
Das Unwetter vom 16. Juli hat gezeigt, wie verwundbar unsere regionalen Weinbaubetriebe sind – und wie wichtig es ist, sie zu unterstützen. Ob als Verbraucher beim nächsten Einkauf oder als Winzerin und Winzer, die jetzt die Chance nutzen, Förderanträge zu stellen: Wir sind alle Teil dieser Region, und gemeinsam kommen wir durch solche schwierigen Phasen. Bleib auf dem Laufenden mit Antenne Landau – dein Draht zu uns und zu allem, was unsere Heimat bewegt.






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