
Nach einem schweren Unwetter bangen Winzer in der Südlichen Weinstraße um ihre Ernte. Jetzt Zuschüsse für Ernteversicherungen bis 30. September beantragen!
Wer durch die Weinberge rund um Landau und die Südliche Weinstraße spaziert, ahnt oft nicht, welche Spuren ein einziger Sommerabend hinterlassen kann. Doch für viele Winzerinnen und Winzer in unserem Weinland war der 16. Juli 2026 ein Abend, den sie so schnell nicht vergessen werden. Ein schweres Unwetter – mit Sturm und Hagel – hat im Bereich Viehstrich im Kreis Südliche Weinstraße massive Schäden angerichtet. Durch den Tag hindurch kämpfen die betroffenen Betriebe nun mit den Folgen – kurz vor der Weinlese.1
Stefan Fischer vom Weingut Fischer in Schweighofen beschreibt den Moment des Unwetters eindringlich: „Der Wind kam von Frankreich her. Alles wurde weiß vom Hagel. Ich habe noch den Hagelflieger gesehen – und als nächstes flogen schon die Ziegeln durch die Luft.“ Was danach zurückblieb, war mehr als nur Unordnung. Rollläden wurden zerstört, Autos verbeult, Bäume stürzten um und Dächer wurden abgedeckt.1
Noch schwerer wiegen die Schäden in den Weinbergen selbst: Rebzeilen kippten um, Drähte wurden zerrissen, eiserne Endpfähle beschädigt. Viele Rebstöcke stehen vollständig entlaubt da, große Teile der Trauben wurden zerstört. Besonders hart traf es die Sauvignon-Anlagen des Betriebs – sämtliche Flächen dieser Rebsorte sind betroffen. Neue Trauben gibt es dort frühestens im kommenden Jahr, und bei stark beschädigten Anlagen könnten die Ausfälle sogar bis 2027 nachwirken.1
Wie groß der Schaden wirklich ist, bringt Birgit Fischer auf den Punkt: „Wir haben keinen Weinberg, der nichts hat. Etwa 60 Prozent unserer Flächen werden dieses Jahr wohl gar keinen Ertrag bringen.“ Das ist eine bittere Bilanz für einen Familienbetrieb, der mit viel Herzblut seinen Wein anbaut.1
Rund vier Wochen nach dem Unwetter besuchten Landrat Dietmar Seefeldt und Karl-Friedrich Junker, SÜW-Kreisvorsitzender des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V., den Betrieb von Birgit und Stefan Fischer. Ihr Ziel: sich selbst ein Bild von den Schäden machen und aufzeigen, welche Möglichkeiten es für betroffene Betriebe gibt – zum Beispiel durch Ernteversicherungen.1
Die Familie Fischer hatte in diesem Jahr keine Ernteversicherung abgeschlossen. Eine Entscheidung, die sie nun teuer zu stehen kommt – und die Stefan Fischer mit nachvollziehbaren Erfahrungen erklärt: „Ich habe leider mehrfach schlechte Erfahrungen gemacht. Bei Schäden auf einem größeren Stück mit Apfelbäumen hatte meine Versicherung nicht gezahlt. Und als ich mehrmals hintereinander Hagelschaden anmelden musste, flog ich aus der nächsten Versicherung wieder heraus.“1
Dazu kommt der wirtschaftliche Druck: „Bei den aktuellen Fasswein-Preisen sparen die Weinbau-Betriebe eben überall“, ordnet die Familie die Kündigung der Versicherung ein. Noch im Juni hatten sie überlegt, wieder eine Mehrgefahrenversicherung abzuschließen. Dann kam das Unwetter. Für das nächste Jahr ist die Entscheidung klar: Der Betrieb will sich wieder absichern.1
Genau hier setzt eine wichtige Botschaft an alle Winzerinnen und Winzer in der Region an: Wer noch keine Mehrgefahrenversicherung hat oder über eine nachdenkt, sollte jetzt aktiv werden. Rheinland-Pfalz fördert 2026 solche Versicherungen mit 50 Prozent der Versicherungsprämien – und der maximale Förderbetrag wurde von bislang 200 auf 250 Euro je Hektar versicherter Rebfläche angehoben.1
Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Versicherung mindestens die Risiken Hagel und Frost abdeckt. Wichtig: Die Versicherungsprämie muss bis zum 30. September 2026 bezahlt sein. Und auch die Antragsunterlagen müssen spätestens an diesem Tag bei der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße eingereicht werden. Die Auszahlung der Förderung ist für Frühjahr 2027 geplant, auf Grundlage der endgültigen Daten der Weinbaukartei 2026.1
Antragsformular, Förderrichtlinie und alle weiteren Infos gibt es direkt beim rheinland-pfälzischen Weinbauministerium.1
Landrat Dietmar Seefeldt dankt ausdrücklich all jenen, die nach dem Unwetter mit angepackt und geholfen haben: „Vieles wirkt in der Unwetterregion inzwischen schon wieder aufgeräumt. Doch die Folgen des Unwetters wirken weiter nach – besonders für unsere landwirtschaftlichen Betriebe, zum Beispiel im Bereich Mais- oder Zuckerrüben sowie im Obst- oder Weinbau.“1
Und er richtet einen klaren Appell an alle Bürgerinnen und Bürger: „Greifen Sie beim nächsten Einkauf bewusst zu Produkten aus unserer Region.“ Ein einfacher, aber wirkungsvoller Weg, Die Wacher Macher! in unserer Heimat zu unterstützen – gerade in schwierigen Zeiten.1
Die Geschichte der Familie Fischer zeigt, wie schnell ein Unwetter alles verändern kann. Was lange gut gegangen ist, kann in einer einzigen Nacht weggeblasen werden – im wahrsten Sinne des Wortes. Die gute Nachricht: Es gibt jetzt konkrete Hilfe und einen klaren Zeitplan. Winzerinnen und Winzer in der Region sollten die Frist zum 30. September ernst nehmen und die Fördermöglichkeiten nutzen. Und wir alle können unseren Teil beitragen – beim nächsten Einkauf einfach mal bewusst zum Wein aus der Region greifen. Willkommen zuhause – und danke, dass du deine Heimat unterstützt!1






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