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Der Fall des früheren Leiters des Jugendwerks St. Josef in Queichheim, Pfarrer Alfons Henrich, wirft erneut ein Schlaglicht auf den Umgang der katholischen Kirche mit sexualisierter Gewalt. Zwei Männer werfen dem Geistlichen vor, sie in den 1960er- und 70er-Jahren sexuell missbraucht zu haben. Henrich lebte bis zu seinem Tod 2021 in Kuhardt, wo er weiterhin als Seelsorger aktiv war – trotz eines Kontaktverbots zu Minderjährigen, das das Bistum Speyer bereits 2011 ausgesprochen hatte.
Kontaktverbot blieb folgenlos
Das Kontaktverbot sollte verhindern, dass Henrich weiter mit Kindern in Kontakt kommt. In der Praxis wurde es jedoch nicht umgesetzt. Wie das Bistum inzwischen einräumt, seien die zuständigen Personen vor Ort nicht informiert worden. Die Auflagen wurden ausschließlich mit Henrich selbst besprochen – niemand aus der Pfarrei oder der Gemeinde wusste davon.
Keine klaren Regeln, keine Kontrolle
Nach Angaben des Bistums gab es 2011 keine festen Abläufe, wie mit solchen Auflagen umzugehen ist. Die Strukturen zum Umgang mit Missbrauchsfällen befanden sich damals noch im Aufbau. Heute wäre das anders: Bei ähnlichen Fällen werden Pfarrer, Dekanat und gegebenenfalls Gremien informiert. Eine Führungsaufsichtsperson soll sicherstellen, dass verhängte Auflagen eingehalten werden.
Kritik an Intransparenz
Dass Henrich über Jahre weiter im kirchlichen Umfeld tätig sein konnte, zeigt, wie unzureichend Schutzmaßnahmen damals umgesetzt wurden. Das Bistum geht davon aus, dass Henrich das Kontaktverbot häufig missachtet hat. Hinweise auf erneute Übergriffe liegen laut Kirche nicht vor, dennoch räumt sie ein, dass die Maßnahmen „nicht so umgesetzt wurden, wie es richtig gewesen wäre“.
Ermittlungen ohne Folgen
Die Missbrauchsvorwürfe wurden 2011 an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Ein Verfahren kam jedoch nicht zustande, da die mutmaßlichen Taten verjährt waren. Auch kirchenrechtlich blieb der Fall ohne Konsequenzen – das zuständige Gremium in Rom sah aufgrund des Alters des Beschuldigten von weiteren Maßnahmen ab.
Alte Wunden, neue Strukturen
Henrich hatte das Jugendwerk St. Josef fast 20 Jahre geleitet und war später Direktor des Caritasverbands der Diözese. Laut der im Mai vorgestellten Missbrauchsstudie der Universität Mannheim soll er nicht nur selbst übergriffig gewesen sein, sondern auch dazu beigetragen haben, andere Taten zu vertuschen.
Der Fall zeigt, wie lange es gedauert hat, bis die Kirche verbindliche Strukturen im Umgang mit Beschuldigten geschaffen hat – und wie schwer die Fehler der Vergangenheit noch heute wiegen.
Geschrieben von: Vanessa Lynn
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