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Debatte um Zugsicherheit: Schweitzer fordert Deutschlandticket mit Foto

today16. Februar 2026 3

Hintergrund
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Nach dem gewaltsamen Tod des Zugbegleiters Serkan Çalar in Rheinland-Pfalz hat Alexander Schweitzer (SPD) ein optisch einheitliches Deutschlandticket mit Lichtbild gefordert. Ziel sei es, das Zugpersonal bei Kontrollen zu entlasten und für mehr Sicherheit zu sorgen.

In der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ erklärte Schweitzer, er habe mit Kolleginnen und Kollegen des getöteten 36-Jährigen gesprochen. Diese hätten berichtet, dass ihre Arbeit erleichtert würde, wenn nicht zusätzlich zum Ticket auch noch Personalausweise oder Reisepässe kontrolliert werden müssten. Derzeit gebe es viele unterschiedlich gestaltete Deutschlandtickets, weshalb häufig eine zusätzliche Identitätsprüfung nötig sei.

Schweitzer sprach sich zudem für weitere Maßnahmen aus, darunter mehr Doppelbesetzungen in Zügen sowie die Einführung von Bodycams für das Personal. Die Kosten für ein einheitliches Ticket mit Foto seien überschaubar und ließen sich schnell umsetzen, so der Ministerpräsident.

Auch die Deutsche Bahn hat nach einem Sicherheitsgipfel reagiert: Beschäftigte mit Kundenkontakt sollen Zugang zu Bodycams erhalten, Kontrollen verstärkt in Zweierteams stattfinden. Außerdem soll ab dem 1. März im Regionalverkehr die verpflichtende Ausweiskontrolle entfallen. Künftig liegt es im Ermessen des Zugpersonals, ob ein Ausweis verlangt wird.

Den Vorstoß für ein Deutschlandticket mit Lichtbild will Schweitzer bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz Anfang März auf die Tagesordnung setzen.

Der Tod von Serkan Çalar hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Anfang Februar war er in einem Regionalexpress bei Landstuhl bei einer Fahrkartenkontrolle von einem Mann ohne gültiges Ticket angegriffen worden und später im Krankenhaus gestorben. Der mutmaßliche Täter sitzt in Untersuchungshaft.

Geschrieben von: Vanessa Lynn

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